Wirtschaftsweise hält Krise für vermeidbar
15.06.2009 -
Beatrice Weder di Mauro, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, forderte in der SWR-Fernsehsendung „Wortwechsel“ mit Blick auf die aktuelle finanzpolitische Lage „intelligente Regulierungssysteme“ gegen die Verschuldung. Laut der Ökonomin seien nicht nur die Banker für die momentane Krise verantwortlich. Man übersehe dabei das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die zu den Fehlinvestitionen geführt hätten.
Unter anderem habe es ein „Regulierungsversagen“ und ein „Aufsichtsversagen“ gegeben – sowohl in den Vereinigten Staaten, aber durchaus auch in Europa und Deutschland – „die dazu beigetragen haben, dass das Verhalten in den Banken letztlich unverantwortlich war“, so die Wirtschaftsweise in der SWR-Sendung am Sonntag (14. Juni) . Die „außerbilanziellen Risiken“ seien schon in den Geschäftsberichten vorhanden gewesen. „Das war nichts, was im Geheimen und im Verborgenen abgelaufen war“, sagt Weder di Mauro. Sie ist zudem der Ansicht, dass es nicht ernst genug genommen worden wäre von jenen, „die es hätten unterbinden sollen und können“.
Auf die Frage nach Strategien gegen künftige Krisen antwortete die Wirtschaftsweise, dass dies durchaus vermeidbar sei. Es gelte die Dynamik zu durchbrechen, wie sie zu der derzeitigen Verschuldung im Finanzsektor geführt hätten. Intelligente Regulierungssysteme sollten „die Kosten für diese Finanzmarktakteure im Boom so derart erhöhen, dass sie keinen Anreiz haben, zu hohe Risiken einzugehen, und dann nachher in der Rezession ihnen eher etwas mehr Luft geben.“
Autor(en): BANKMAGAZIN