Erfolgsabhängige Vergütung – besser als ihr Ruf
28.07.2010 -
Die viel gescholtenen Vergütungssysteme der Banken sind wohl doch deutlich besser als ihr Ruf in der öffentlichen Diskussion. Zumindest in der Tendenz scheinen sie zu funktionieren. Die betriebswirtschaftliche und vergütungspolitische Doppelintention, Vergütungen synchron zur Entwicklung des Unternehmenserfolgs zu gestalten, hat auch in der Krise grundsätzlich funktioniert, wie Studien von Towers Watson belegen.
Gerade die Entwicklung der Vergütung in und nach der Finanzkrise zeigt das deutlich: Nach Jahren des konstanten Anstiegs hatten die Vergütungshöhen in 2009 eine Zäsur erlebt. Rückläufig waren vor allem die variablen Vergütungsanteile und damit die absoluten Barvergütungen. Die Einbußen – zwischen sechs Prozent im Tarifbereich und bis zu 50 Prozent bei den oberen Führungskräften – betrafen grundsätzlich alle Geschäftsfelder sowie Zentral- und Unterstützungsfunktionen. In den kapitalmarktnahen Einheiten waren sie jedoch am gravierendsten zu spüren.
Grundsätzlich nahmen die Vergütungsrückgänge mit steigender Hierarchieebene zu. Vor allem Bereichs- und Abteilungsleiter spürten die Krise in ihrer Vergütung. Die Vergütungsniveaus waren hier zum Teil deutlich unter die Vergleichswerte für 2005 gefallen. Der Vergütungsabstand in der Vergütung von Fach- und Führungskräften von einer Karrierestufe zur nächsten ist auch 2009 konstant geblieben. Die viel diskutierte „Schere zwischen unten und oben“ hat sich also nicht weiter geöffnet. Die Intention, auch die Vergütungen der Tarifmitarbeiter zunehmend zu variabilisieren, wurde vorläufig gebremst.
Für 2010 erwarten die Branchenexperten von Towers Watson überwiegend wieder die im Bankenbereich gewohnten Gehaltssteigerungen von ein bis drei Prozent. Uneinheitlich dürften sich hingegen die Bonusvolumina zeigen.Für die Studie wurden von Towers Watson anonymisierte Vergütungsangaben von 15 ausgewählten deutschen Banken ausgewertet.
Autor: Werner Klein, Towers Watson, Practice Leader Financial Services Deutschland, Österreich & Schweiz
Bildquelle: © Ernst Rose / PIXELIO,
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Autor(en): Werner Klein