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Entwicklung der DAX-Pensionswerke war 2010 stabil

22.03.2011 - Auch im Bereich der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gehört die Finanz- und Kapitalmarktkrise der Vergangenheit an. Das finanzielle Fundament der betrieblichen Pensionswerke der DAX-Unternehmen hat sich im zurückliegenden Geschäftsjahr stabil entwickelt, Towers Watson berichtet.

Die pensionsspezifischen Vermögenswerte stiegen auf 165 Milliarden Euro (+14 Prozent). Grund für den Anstieg sei zum einen die positive Rendite von ca. 8,7 Prozent, zum anderen substanzielle Dotierungen der Unternehmen. Die Pensionsverpflichtungen stiegen um rund zwölf Prozent auf 251 Milliarden Euro. Trotz des Verpflichtungsanstiegs erhöhte der Grad der externen Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen im Vergleich zum Vorjahr leicht von 65 Prozent auf 66 Prozent.

Dies sind die Kernaussagen der Towers-Watson-Studie Pensionsvermögen und -verpflichtungen im DAX 2010. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung umfasst die Analyse 23 DAX-Geschäftsberichte, die 94 Prozent der Pensionsverpflichtungen und 94 Prozent des pensionsspezifischen Vermögens im Börsenindex repräsentieren.

Rechnungszins gesunken, Pensionsverpflichtungen gestiegen
Die Unternehmen mit den höchsten Pensionsverpflichtungen im DAX sind Siemens (29,7 Mrd. Euro), Volkswagen (19,9 Mrd. Euro), BASF und Daimler (je 17,7 Mrd. Euro) [2009: 25,5; 17,7; 15,3; 16,5 Mrd. Euro]. Hauptgrund für den Anstieg der Pensionsverpflichtungen ist ein Rückgang des Rechnungszinses von 5,3 Prozent im Median (2009) auf 4,9 Prozent (2010).

Anlageerträge übertreffen Erwartungen
Im Umfeld des vorteilhaften Kapitalmarkts erzielten die Unternehmen auf ihre Pensionsvermögen eine Rendite von rund neun Prozent. Diese positive Entwicklung steht im Einklang mit der Vorjahresentwicklung in Höhe von rund zehn Prozent. Die Unternehmen mit den höchsten Pensionsvermögen im DAX sind Siemens (23,3 Mrd. Euro), BASF (15,2 Mrd. Euro) und RWE (rund 13,8 Mrd. Euro) [2009: 21,2; 13,8; 13,2 Mrd. Euro].

Insgesamt ist der Grad der externen Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen im DAX geringfügig gestiegen. Er liegt nunmehr bei rund 66 Prozent, nach 65 Prozent im Jahr zuvor. Im weltweiten Vergleich liegen die DAX-Unternehmen mit ihrem Ausfinanzierungsgrad im Mittelfeld (durchschnittliche Ausfinanzierung weltweit rund 70 Prozent).

Insgesamt nahmen die DAX-Unternehmen im Jahr 2010 Dotierungen in Höhe von 7,3 Milliarden Euro in ihre Pensionswerke vor. Dieser Wert liegt in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Damit setze sich der Trend zur Kapitaldeckung von Pensionsverpflichtungen bei deutschen Großunternehmen fort. Auch die Gründung eines weiteren Unternehmenspensionsfonds unterstreiche diesen Trend.

Solide Anlagepolitik, sorgsames Risikomanagement
Im internationalen Vergleich sind deutsche Pensionsvermögen deutlich weniger in Aktien investiert (25 Prozent in Deutschland gegenüber 47 Prozent im weltweiten Vergleich).

Änderungen in der Rechnungslegung werden Bilanzen belasten
Mit der anstehenden finalen Entscheidung der IASB zu IAS 19 werden erhebliche Auswirkungen auf die Bilanzen von circa einem Drittel der DAX-Unternehmen erwartet. „So würde die Abschaffung der Korridormethode eine einmalige Belastung des Eigenkapitals um ca. fünf Milliarden Euro bedeuten", rechnet Gohdes, Chefaktuar von Towers Watson, vor. Die Veränderungen bei den erwarteten Erträgen auf das Planvermögen werden die Jahresergebnisse der DAX-Unternehmen ab 2013 um ca. eine MilliardeEuro belasten.

bAV zentraler Baustein im Umgang mit demografischen Herausforderungen
Selbst während der Finanzkrise wurde nicht an der Altersversorgung gespart. Das unterstreicht die Bedeutung der bAV aus Unternehmenssicht. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels arbeiten Unternehmen am „demografieorientierten" Umbau ihrer Pensionspläne. Das kann einerseits bedeuten, den Mitarbeitern weiterhin einen frühen Ruhestand zu ermöglichen, andererseits aber heißen, dass durch den Pensionsplan der Anreiz gesetzt wird, möglichst lange aktiv im Arbeitsleben zu bleiben – je nach der spezifischen Interessenslage des Unternehmens und der Mitarbeiter.

Dabei leistet die betriebliche Altersversorgung einen effizienten Beitrag für die finanzielle Versorgung im Ruhestand. Die gesetzliche Rentenversicherung bietet bei 45 Beitragsjahren und einem Beitragssatz von 19,9 Prozent einem Durchschnittsverdiener eine Bruttosubstitutionsrate von 40 Prozent bis 50 Prozent. Hierfür müsste in der bAV nur etwa der halbe Beitragssatz aufgewendet werden (Schätzung von Towers Watson). Von Mitarbeitern wird die bAV auch deutlich nachgefragt. Nur rund ein Drittel der Mitarbeiter sieht sich in der Lage, ihre finanzielle Versorgung im Rentenalter selbst sicherzustellen, wie die Global Workforce Study 2010 von Towers Watson belegt.

Bildquelle: © Thorben Wengert www.pixelio.de

Autor(en): FinanzBusiness
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