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Online-Banking: Vertrauen hat gelitten

08.07.2011 - Das Vertrauen der Kunden in die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Online-Bankings ist – wie bereits im Jahr 2010 – auch in diesem Jahr weiter gesunken. Jeder vierte Befragte verzichtete auf Transaktionen im Internet, weil er Angst vor Betrug hat. So das Ergebnis der Sonderstudie „Online-Banking – Mit Sicherheit“, die im Rahmen des „N(o)nliner-Atlas 2011“ der Initiative D21 in Berlin vorgestellt wurde.

Dieser Atlas wird seit elf Jahren jährlich erstellt und ermittelt, in welchem Maße Menschen in Deutschland – differenziert nach vielen verschiedenen Merkmalen – formalen Zugang zum Internet haben. Die Online-Banking-Sonderstudie des IT-Dienstleisters Fiducia wurde zum vierten Mal durchgeführt.

Besonders verunsichert sind die bis 34-Jährigen. Der Anteil der Besorgten liegt hier bei 28 Prozent und stieg um neun Prozentpunkte. Über alle Altersklassen hinweg ist es gut ein Viertel, die sich durch Angst vor Betrug vom Online-Banking abhalten lassen. Am vertrauensseligsten sind die Nutzer oberhalb der 50 Jahre. Die Bedenken der jungen Leute unter 34 Jahren stellt die Betreuer der Studie vor ein Rätsel, weil gerade hier eine gewisse Sorglosigkeit erwartet wird, wie sie sich zum Beispiel in der Weitergabe von Daten in sozialen Netzwerken zeigt. Allerdings können die Hackerangriffe der letzten Zeit auf diese Medien ein Grund für Zurückhaltung sein.

Diese Angst hat ihren Preis – und den sind die Befragten zunehmend auch bereit zu zahlen. Während 2010 rund zwei Drittel der Meinung waren, dass Sicherheitsmaßnahmen kostenlos zur Verfügung gestellt werden müssen, sind es in diesem Jahr nur noch 56 Prozent. Rund neun Prozent sind beispielsweise bereit, zwei Euro monatlich für sichere Transaktionen zu bezahlen, gegenüber vier Prozent im Vorjahr. Dennoch überwiegt die Zahl derer die nichts bezahlen wollen – und das, obwohl die Sicherheit als wichtigstes Kriterium beim Online-Banking genannt wird – über alle Altersstrukturen und Bildungsniveaus hinweg.

Was die individuellen Sicherheitsmaßnahmen beim Online-Banking betrifft, ist ein eindeutiger Abwärtstrend zu verzeichnen. Trotz Angst vor Betrug und Sicherheitsdenken sind immer weniger Nutzer bereit, aktiv etwas zur Sicherheit im Online-Banking beizutragen. Während 2010 noch über 80 Prozent der Befragten angaben, Sicherheitsprogramme zu installieren, und 70 Prozent regelmäßig ihre Umsätze kontrollieren wollten, waren es 2011 nur noch 77 bzw. 68 Prozent.

Was die Sicherheitstechniken der Banken betrifft, ist mobileTAN eindeutig auf dem Vormarsch, wie Jens-Olaf Bartels, Vorstand der Fiducia IT AG, während der Präsentation der Studie erklärte. Fiducia ist der größte IT-Dienstleister im genossenschaftlichen FinanzVerbund und gab die Studie bei TNS Infratest in Auftrag. „Wir empfehlen unseren Banken eindeutig, das mobileTAN -Verfahren anzuwenden, weil das iTAN-Verfahren nicht mehr als sicher gelten kann“, erklärte Bartels. Gegenwärtig nutzen knapp 30 Prozent der Befragten mobileTAN, fast ebenso viele iTAN.

Auffällig ist nach Bartels Auffassung die Zunahme des mobilen Bankings. 56 Prozent der Smartphone-Besitzer sind überzeugt, dass ihr Gerät eine große Bedeutung für das Online-Banking erlangen wird. „Banken, die in eine durchdachte Multikanal-Strategie investieren, sind also auf dem richtigen Weg“, machte er deutlich. Interessant sei, dass viele Nutzer nicht nur mobil etwa den Kontostand abfragen wollen, sondern sich durchaus vorstellen können, auch via Smartphone oder Tablet-PC Produkte einzukaufen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Mitarbeiter in den Filialen künftig ohne Kunden auskommen müssen. Denn: PC oder Laptop sind für gut drei Viertel der Befragten das häufig genutzte Medium für Bankkontakte, während knapp 15 Prozent zum Telefon, gut 12 Prozent zum Smartphone und etwas mehr als neun Prozent zum Handy greifen. Wenn Kunden eine Bank betreten, sprechen nur noch gut 45 Prozent mit einem Berater, während der Rest seine Geschäfte ohne persönlichen Kontakt erledigt.

Autorin: Elke Pohl arbeitet als freie Journalistin in Berlin.

Autor(en): Elke Pohl
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