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Accenture-Filiale der Zukunft: Spielwiese für IT-Affine (Teil II)

06.08.2010 - Banken sind verschwendungssüchtig – jedenfalls, was ihre Schaufenster angeht. Viele Institute nutzen den Platz dort kaum oder gar nicht. Wenn das Fenster genutzt wird, ist oft das Spannendste das Plakat mit den Immobilienexposés. Aber davon lässt sich nur ein Teil der Kunden ansprechen und der Rest - geht vorbei. Auch im Innern der Geschäftsstellen werden häufig Platz und Chancen verschenkt, technische Innovationen nicht integriert. Das soll nach Ansage der Beratungshaus Accenture anders werden: In ihren Showräumen im Innovationspark Sofia Antipolis in Südfrankreich zeigt das Haus seine Vorstellungen der Bankfilial-Zukunft.

Im Bank-Foyer: Displays, favorisierte Abhebebeträge am Geldautomat und Digital Pen
Was im Schaufenster möglich ist, ist auch im Foyer der Bank denkbar. Reine Infodisplays können Banken aufwerten, indem sie zum Beispiel mit Klängen aus versteckten Lautsprechern in der Decke über dem Bereich, in dem der Kunde sich bewegt, neben dem visuellen auch andere Sinne ansprechen. Bei interaktiven Displays richten Kunden ihre Fragen via Videokonferenz direkt an einen Experten. Auf diesem Wege könnten Experten ihrerseits im Rahmen eines „Customer Education“-Programms Sachverhalte aus der Finanzwelt erklären. Haptisch orientierte Kunden werden mit Broschüren bedient - die RFID-Chips oder Barcodes enthalten, die, vor eine Kommunikationsstation oder einen Scanner gehalten, ein Display dazu bringen, Zusatzinformationen anzuzeigen.

Bei den Geldautomaten werden es Kunden nach Ansicht von Accenture künftig sowohl mit „alten Bekannten“, wie konventionellen Systemen oder Cash Recyclern, zu tun haben. Eine Möglichkeit, die Nutzung des SB-Geräts etwas persönlicher zu gestalten: Der Automat errechnet und zeigt den vom Kunden oft eingetippten bzw. favorisierten Abhebebetrag - zum Beispiel 70 Euro - an. Um Sicherheitslücken zu schließen, werden Banken nach Ansicht von Accenture künftig verstärkt auf die biometrische Identifizierung ihrer Kunden setzen. Dabei werde die Identifikation via Fingerabdruck wohl eher eine geringe Rolle spielen, so die Experten - zu unsicher. Schließlich könnten Betrüger die feinen Linien der Fingerkuppe, etwa wenn der Kunde eine glatte Fläche berührt, auf bestimmte Materialien übertragen und so reproduzieren. Der Identifizierung über Gesichtspunkte prophezeien die Unternehmensberater eine bedeutendere Zukunft, ebenso dem Fingervenen- und Handvenenscan. Gespeichert werden die biometrischen Merkmale, unter anderem aus Datenschutzgründen, eher auf der Kundenkarte denn in den Datenbanken der Kreditinstitute.
Digital Pen erkennt Handschrift
Auch der so genannte Digital Pen könnte im Foyer der Bank zum Einsatz kommen. Der Kunde schreibt mit dem Stift, an dessen vorderen Ende eine Kamera integriert ist, auf ein Formular, das auf Spezialpapier gedruckt wurde. Die Kamera erkennt anhand der Markierungen auf dem Papier nicht nur, in welchem Feld sich der Kunde gerade mit dem Stift befindet, sondern auch die Schreibbewegungen und damit den Text. Die Daten, die der Kunde zum Beispiel in ein Überweisungsformular einträgt, können so direkt in das Banksystem eingespielt werden, gleichzeitig ist ein Abgleich der Kundenhandschrift mit den diesbezüglich gespeicherten Informationen möglich. Nachteil: Der Digital Pen kann leicht gestohlen oder beschädigt werden, weshalb es wahrscheinlich ist, dass er sich vor allem im Service und in der Beratung nützlich macht.

Bildquelle: Accenture
Lesen ab Dienstag, 10. August 2010, welche Innovationen den Service- und Beratungsbereich in Zukunft prägen.


Autor(en): Stefanie Kraus
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