TOP-THEMA

S&P: Zweifel an Amerikas Haushaltskonsolidierung

20.04.2011 - Standard & Poor’s (S&P) hat den Rating-Ausblick für das langfristige AAA-Rating der USA von stabil auf negativ korrigiert. Hauptsächlich bemängelt die Ratingagentur die fehlende Klarheit der Maßnahmen gegen die weiter ansteigende Staatsverschuldung.

Aktuelle fiskalische Lage der USA und Lösungsansätze
Laut Börsen-Zeitung werden die Schulden der USA bis Ende 2011 auf 100 Prozent des BIP steigen, bis 2020 sogar auf 116 Prozent, falls keine wirksamen fiskalischen Gegenmaßnahmen getroffen werden. Die Neuverschuldung liegt im laufenden Jahr bei knapp 1.500 Milliarden Dollar, was rund 10 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Aus der Sicht von US-Finanzminister Timothy Geithner muss die maximale Verschuldungsgrenze von derzeit 14.300 Milliarden US-Dollar angehoben werden, um die Verbindlichkeiten der USA auch in Zukunft zu decken. Darüber wird bereits im Kongress diskutiert. Die Republikaner lehnen diesen Schritt derzeit noch ab. Um das Gesetz erfolgreich zu verabschieden. müssen sich allerdings beide Parteien im Kongress einigen.

Wie Ed Fitzpatrick von Schroders erklärt, planen die Demokraten zur Sanierung des Staatshaushalts Einsparungen von 4.000 Milliarden US-Dollar in den kommenden zwölf Jahren. Sie plädieren für geringere Staatsausgaben und höhere Steuern, insbesondere für Höchstverdiener. Die Republikaner wollen ebenfalls die Staatsausgaben reduzieren, sprechen sich aber für niedrigere Steuern aus, um das Wachstum anzukurbeln. Auf diese Weise wollen sie in den kommenden zehn Jahren Einsparungen von bis zu 6.000 Milliarden US-Dollar erzielen.

Gemischte Reaktionen der Märkte
Der Börsen-Zeitung zufolge reagierten die Märkte mit einer Ausweitung der CDS-Spreads von 43 auf 49 Basispunkte auf die Kreditrisiken der USA (CDS = Credit Default Swaps). Auf dem Markt für amerikanische Staatsanleihen kam es analog zu Preisrückgängen. Deutsche Bundesanleihen profitierten von der S&P-Meldung, da sie von Investoren als Substitute für US-Anleihen stärker nachgefragt wurden. Der Dollar ging allerdings gegenüber dem Euro aus dem Handelstag stärker hervor. You-Na Park, Devisenstrategin bei der Commerzbank, erklärte in der Börsen-Zeitung, dass die Probleme der Eurozone momentan als kritischer angesehen werden als die der USA.

Experten sind sich uneinig
Berichten der Financial Times Deutschland (FTD) zufolge bezeichnet Bill Gross, Chef des Pimco Fonds Total Return die USA als „griechischer als die Griechen“. Er hatte in der vergangenen Woche sämtliche US-Anleihen aus seinem Fond entfernt - wegen der aus seiner Sicht desolaten Haushaltslage. In seinem Blog bei der New York Times erklärt Paul Krugman hingegen, dass er weiterhin davon überzeugt sei, dass die USA auch große Defizite langfristig erfolgreich bewältigen könne. Er betont aber hierbei die Wichtigkeit einer Einigung im Kongress. Laut FTD-Artikel stimmt der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda dem zu: „Wir betrachten US-Schuldtitel weiterhin als attraktive Investition." China hingegen sieht als Hauptgläubiger der USA die Lage der USA kritischer. Zentralbankchef Zhou Xiaochuan plane, die Dollar-Devisenreserve schneller zu verringern als zunächst beabsichtigt, schreibt das Blatt.

Autor(en): Bankmagazin
send print AddThis Feed Button
MEHR ZUM THEMA
S&P   USA   Ausblick   Downgrade   Haushaltskonsolidierung   Rating  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
NEWSLETTER
Newsletter Der Bankmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über die Bankenszene und die Finanzbranche. Natürlich kostenlos!

  
Karrierechancen erobern
Testen Sie Ihren Marktwert! Testen Sie Ihren Marktwert!

Sie suchen neue Karrierechancen im Vertrieb? Sie wollen erfahren, wie hoch Ihr Marktwert ist und bei welchem Unternehmen Sie mehr Geld bekommen? Dann machen Sie mit bei der Aktion "Karrierechancen erobern" von BANKMAGAZIN und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung!
Assistance
Assistance-Barometer 2012 Assistance-Barometer 2012

Für die Finanzwirtschaft werden Unterstützungs-Leistungen immer wichtiger. Eine Studie zur Servicedynamik in Deutschland bringt neue Erkenntnisse.
Banking Guide 2012
<br>Handbuch<br>Banking Guide 2012<br>
Handbuch
Banking Guide 2012


Neu erschienen! Informationen, Trends und Überblick: Das Who is Who der Dienstleister und Zulieferer - für Entscheider in Banken und Sparkassen.

BRANCHENINDEX ONLINE
BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft


In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:

» Zur Business-to-Business-Firmensuche

LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen

 
Home Bestellung Mediadaten AGB/Datenschutz Impressum Kontakt RSS

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH