Banken verdoppeln Aktienrendite
03.04.2007 - (3.4.3007) Weltweit haben die Banken im Jahr 2006 eine durchschnittliche Aktienrendite von 25,6 Prozent erzielt. Im Jahr 2005 hatte dieser Wert nur bei 13,8 Prozent gelegen. Diese Zahlen veröffentlichte die Boston Consulting Group (BCG) jetzt in ihrer Studie "Bigger, Better Banking". Die Untersuchung umfasst über 600 Banken aus allen Kontinenten, die zusammen über 80 Prozent der globalen Marktkapitalisierung auf sich vereinen.
Angeführt von der Citigroup erreichen 13 Bankinstitute eine Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden US-Dollar und setzen sich so von den anderen Banken ab. Seit dem Jahr 2001 hat sich die Marktkapitalisierung des gesamten Bankensektors pro Jahr um durchschnittlich 16,5 Prozent auf derzeit 8,1 Billionen US-Dollar erhöht. Gleichzeitig verursachte der rasante wirtschaftliche Fortschritt in Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC-Länder) gehörige Turbulenzen. Allein drei chinesische Banken, die erst in den vergangenen 24 Monaten an die Börse gegangen sind, zählen nun, gemessen an ihrer Marktkapitalisierung, zu den zehn größten Instituten weltweit.
Auch hinsichtlich der Aktienrendite haben Häuser aus den BRIC-Ländern die Nase im internationalen Vergleich vorn. Ihre Fünf-Jahres-Aktienrendite schlug den weltweiten Durchschnitt deutlich. "Diese Entwicklung wird sich aller Voraussicht nach fortsetzen", erläutert Walter Sinn, Leiter der BCG-Praxisgruppe Financial Services in Deutschland und Mitautor der Studie. "Wir erwarten, dass die Einnahmen der Banken in Brasilien, Russland, Indien und China bis 2015 jährlich um durchschnittlich etwa acht Prozent wachsen werden. Natürlich kann sich die Marktbewertung auch rasch ändern, die Märkte in diesen Regionen sind sehr volatil. Wenn das Vertrauen einmal weg ist, geht es auch mit den Kursen abwärts."
Im internationalen Vergleich schneiden Banken aus Deutschland besonders gut ab: Ihre Aktienrendite lag mit 27,4 Prozent über dem Durchschnitt und sogar deutlich über dem Wert der US-Institute von 20,8 Prozent. Verantwortlich dafür sind eine deutliche Profitabilitätssteigerung sowie ein starkes Wachstum im Privat- und Firmenkundengeschäft. "Den deutschen Banken gelang es, ihre Eigenkapitalrentabilität von 11,6 Prozent im Jahr 2005 auf 16,3 Prozent im vergangenen Jahr zu steigern -– ein Niveau, das sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen kann", erklärt Sinn.
Auch auf internationaler Ebene stellt die gestiegene Profitabilität einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar: Die Eigenkapitalrendite legte gegenüber dem Jahr 2005 um 1,1 Prozentpunkte auf 15,9 Prozent zu, während die Eigenkapitalkosten nahezu unverändert blieben. Noch bedeutender für die Wertsteigerung war jedoch das Wachstum: Die Eigenkapitalbasis konnte um 19,6 Prozent ausgedehnt werden, sodass die Nachsteuergewinne um 28,7 Prozent zunahmen.
Die Herausforderung für die Banken besteht laut BCG nun darin, die Rekordergebnisse aus dem Jahr 2006 abermals zu übertreffen. Einen wichtigen Ansatzpunkt dafür nennt Gerold Grasshoff, Geschäftsführer aus dem Berliner BCG-Büro und Mitautor der Studie: "Bislang haben die meisten Institute Basel II nur als Kostenfaktor betrachtet, was auch verständlich ist, wenn man bedenkt, dass große Häuser weit über 50 Millionen Euro dafür ausgeben. Aber viele Banken vergeben mit einer solchen Denkweise auch eine große Chance. Die gewonnene Transparenz und ein genaueres Risikomanagement ermöglichen einen deutlich effizienteren Einsatz des Eigenkapitals, wodurch erhebliche Rentabilitätssteigerungen erzielt werden können."
Autor(en): Bianca Baulig